Vortrag Dr. Richhardt: Die weibliche Seite der Reformation.

Dr. Richardt
Referent Dr. Richardt

Am 21. April hielt Herr Dr. Richhardt, der Vorsitzende des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde im Kulturraum des Bahnhofs einen Vortrag zum Thema: Die weibliche Seite der Reformation. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden des GuKk sprach Dr. Richhardt zunächst über das Rollenbild der Frau vom Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit. Die Reformation führte durch den Wegfall des Zölibates für die lutherischen Pfarrer zu einem völlig neuen Frauentypus – der Pfarrfrau. Beispielhaft ist hier als ehemalige Nonne, Katharina von Bora Luthers Ehefrau, zu nennen.

Es gab Frauen, die die Reformation tatkräftig unterstützten. Hier sei die Schwester des Landgrafen Phillip von Hessen erwähnt. Elisabeth war mit Johann von Sachsen verheiratet. Nach dessen frühen Tod wurde sie als Elisabeth von Rochlitz bekannt, die auf ihrem Witwensitz, einem kleinen Territorium, umgeben vom damals katholischen Kurfürstentum Sachsen, eisern an der lutherischen Lehre festhielt. Es regte sich aber auch Widerstand gegen die Reformation. So leistete die Äbtissin des Klarissenklosters in Nürnberg Caritas Pirckheimer hartnäckigen Widerstand gegen die Neuerungen und den Druck des Rates, den evangelischen Glauben anzunehmen. Diese beiden Frauen seien hier stellvertretend genannt für eine Reihe weiterer Streiterinnen für, wie gegen die Reformation.

Ein Grundgedanke der Reformation war, dass die Bibel die einzig gültige Grundlage für den christlichen Glauben bildet. So studierte Landgraf Phillip, der einen Hang zum weiblichen Geschlecht hatte, insbesondere das Alte Testament auf das Vorkommen von Vielehen. Das Resultat war, dass er sich 1540 in Rotenburg / Fulda unter Zähneknirschen von Luther und Melanchthon in einer Zweitehe mit dem Fräulein Margarete von der Saale verband. Mit dieser Episode fand der informative Vortrag zur weiblichen Seite der Reformation seinen Abschluss. Die lebhafte Art des Vortrages ließ bei den 75 Zuhörern keine Langeweile aufkommen. Mit dem Dank an den Referenten endete der interessante Abend. (HH)

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