Vortrag: Hessen im Zentrum des großen Krieges 1618-1648

Vortrag

Auf Einladung des Geschichts- und Kulturkreises Wabern hielt Herr Dr. Dirk Richhardt, der Vorsitzende des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, am 12. Juni 2024 im Kulturraum des Bahnhofs einen Vortrag über den 30-jährigen Krieg. Unter den mehr als 60 Zuhörern waren die Waberner deutlich in der Minderzahl.

Eingangs zeigte Dr. Richhardt anhand von Bildern die Grausamkeiten dieses Krieges und erklärte, warum der 30-jährige Krieg mehr im Bewusstsein der Menschen verhaftet ist als zum Beispiel der 100-jährige (1337-1453) oder der 80-jährige Krieg (1568-1648). Es waren die pausenlosen, massiven militärischen Auseinandersetzungen auf dem Gebiet des deutschen Reiches und besonders in Hessen, die den Menschen Hunger, Leid und Tod brachten.

Der Konflikt begann als Religionskrieg und endete als Territorialkrieg. In diesem Krieg entluden sich auf europäischer Ebene der habsburgisch-französische Gegensatz und auf Reichsebene der Gegensatz zwischen dem Kaiser und der Katholischen Liga einerseits und der Protestantischen Union andererseits. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten trugen die habsburgischen Mächte Österreich und Spanien neben ihren territorialen auch ihre dynastischen Interessenkonflikte mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Schweden aus.

Hessen war zusätzlich Kriegsschauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt, die auf blutige Weise ausgetragen wurden. Für Wabern gibt es bisher verhältnismäßig wenige schriftliche Quellen zu dieser Zeit. In dem Inventarverzeichnis zu einem Gutshof in Wabern aus dem Jahr 1650 ist die Rede davon, dass in dem dazugehörigen Garten die Kaiserlichen die alten Obstbäume abgehauen hätten. Mit Sicherheit sind die Einwohner Waberns nicht von dem Grauen verschont geblieben.

Erst mit dem westfälischen Frieden, der im Oktober 1648 in Münster geschlossen wurde, nahmen die Kriegshandlungen ein Ende. Der Bestand der Landgrafschaft Hessen, die fast von der Landkarte verschwunden wäre, wurde in diesem Friedensvertrag gesichert. Es dauerte Jahre bis sich die Meschen und das Land von dem Krieg erholt hatte. (HH)

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