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© Geschichtskreis
Wabern e.V.
01.01.2001

Dezember 2004

Heimel

Wohnhaus Carl Heimel in der Bahnhofstraße 35, heute Bernhard Heimel

Am 09.02.1823 heiratete der aus Hebel stammende Johannes Heimel (*15.05.1800, auch: Heymel) Anna Katharina Ebert (*29.12.1804) aus Wabern. Die Familie bewohnte in Wabern das Haus Nr. 4. Aus der Ehe stammte der am 16.05.1838 als siebtes von insgesamt neun Kindern geborene Sohn Wilhelm Heinrich, der am 16.11.1862 Maria Elisabeth Ludolph (*17.03.1833 in Wabern) heiratete. Wilhelm wird in den Kirchenbüchern als Sattler und Wirt, einmal auch nur als Bahnhofswirt (Gasthof beim Bahnhofe) geführt. Die Haus Nr. ist die 115. Wilhelm muss es gewesen sein, der im Jahre 1872 ein bis dahin in Sondheim stehendes Fachwerkhaus abbauen ließ und in Wabern in der Bahnhofstraße wiedererrichtete. Ob Wilhelm die Beschäftigungen als Wirt und Sattlermeister parallel oder den Sattlerberuf erst nach Errichtung des neuen Hauses ausübte, ist nicht überliefert. Auf jeden Fall ist Wilhelm Heinrich Heimel Ausgang eines vier Generationen wahrenden Sattlerei- und Polstereibetriebes in Wabern:

Wilhelm Heinrich Heimel *16.05.1838 +20.03.1896 oo 16.11.1862
Maria Ludolph * 17.12.1833 +11 10.1887

Carl Heinrich Heimel *17.02.1864 +08.04.1917 oo 07.10.1894
Katharina Weißing *16.04.1868, Hebel +02.12.1929

Johann Karl Heimel *05.07.1900 +11.11.1981 oo 03.12.1927
Gertrude Anna Hahn *19.10.1906, Borken +23.04.1989

Bernhard Heinrich Heimel *12.09.1930 oo 24.05.1958
Helga Horstmann *30.09.1936 (siehe Kalenderblatt Juli 2002)

Das ursprüngliche Fachwerkhaus, in dem Wilhelm seinen Betrieb führte, wurde vermutlich gleich nach seiner Umsetzung nach Wabern verputzt. Adresse war nun die Bahnhofstraße 121, später Nr. 25, 33 und schließlich bis heute Nr. 35. Umbauten sind aus dem Jahr 1936 bekannt: Das Haus wurde um 2,36 Meter verbreitert. Auch aus den dreissiger Jahren muss der Vorbau stammen, in dem fortan ein Lederwarenladen unterhalten wurde.

Als Carl Heinrich Heimel im Jahre 1917 starb, musste sein Sohn Karl bereits mit 17 Jahren den Betrieb übernehmen, den er bis zur Schließung im Jahr 1980, ein Jahr vor seinem Tod, führte. In der Sattlerei und Polsterei wurden vielfältige Waren hergestellt oder repariert. Auch auswärts wurde gearbeitet. Vor allem im Herbst wurde in den umliegenden Orten die Höfe besucht und die Pferdegeschirre geflickt. Während der Erntezeit mussten die Bindertücher der Selbstbinder (Erntemaschinen) oftmals repariert werden. In den Mühlen in Harle und Rhünda standen die Treibriemen zur Reparatur an.

Die Polsterei stellte hauptsächlich Matratzen, sog. Chaiselongues (urspr. aus dem franz.: langes, schmales Ruhebett) und Polstergarnituren her Die fertigen Holzgestelle wurden von Kassel per Eisenbahn noch Wabern geliefert. Sie wurden mit Handwagen vom Bahnhof abgeholt. Dieses Transportmittel diente auch zur Auslieferung der fertigen Ware. Bernhard hatte ebenfalls im elterlichen Betrieb das Sattlerhandwerk erlernt und 1948 die Gesellenprüfung abgelegt. Mit der zunehmenden Motorisierung in den landwirtschaftlichen Betrieben ließ jedoch die Nachfrage in der Sattlerei mehr und mehr noch. Die Aufnahme von Gardinen in das Verkaufssortiment konnte nicht verhindern, dass Bernhard im Jahr 1961 aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Betrieb ausscheiden musste und eine Stelle im Volkswagenwerk in Baunatal annahm. Neben seinem Sohn Bernhard hat der Vater Karl noch fünf Lehrlinge im Handwerk ausgebildet, darunter auch Karl Röhn aus Wabern. Neben dem Handwerksbetrieb unterhielt die Familie Heimel noch eine kleine Landwirtschaft. Die benachbarte Scheune (heute Fahrschule) gehörte zum Anwesen und im Bereich des heutigen Postverteilzentrums wurden 4,5 Morgen Ackerland bewirtschaftet.

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