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Juni 2004
Schäfer Engelhardt auf der Waberner Spitze
Wer als ortsfremder heutzutage die Straße über die Tannenhöhe nimmt und das Gelände der Kreismülldeponie quert, der ahnt nicht, wie sich dort die Landschaft innerhalb kurzer Zeit grundlegend verändert hat. Das Kalenderbild zeigt den Zustand der Tannenhöhe vor nur wenigen Jahrzehnten. Heutzutage würde der Schäfer Heinrich Engelhardt aus der Frankfurter Straße 19 in Wabern (*03.12.1905 in Uttershausen, +26.03.1974 in Wabern, verheiratet mit Anna Katharina Bähr, *09.08.1904 in Obermöllrich, +24.07.1971 in Wabern) wohl seine Schafe nicht mehr dorthin führen.
Wabersche Spitze: Karte von 1859
Auf der Anhöhe befand sich in alter Zeit ein Wald von nicht unbedeutender Größe, den die Frankfurter Straße in der Mitte durchschnitt. Auf alten Karten, so auch auf der Schleenstein'schen Landaufnahme der Jahre 1705-1715, ist dieser Wald eingezeichnet. Von ihm leitet sich wohl die in der Bevölkerung übliche Bezeichnung Tannenhöhe ab. Noch 1859 ist dieser Wald auf der Anhöhe vorhanden, geblieben ist davon nur noch ein kleines Nadelwäldchen links des Weges in Richtung Großenenglis. Die größte Veränderung erfolgte aber nicht durch die Abholzung des Waldes in den Jahren nach 1859, sondern durch die Ausbeutung der mächtigen Kies- und Sandvorkommen durch die Firmen Irma Oppermann und Edith Kimm und anschließender Folgenutzung der verbliebenen Gruben als Mülldeponie.
Im Jahr 1976 verfilmte der hessische Rundfunk als Beitrag zu den Feierlichkeiten zum 200-jahrigen Bestehen der USA den Bestseller-Roman von Sandra Paretti "Der Winter, der ein Sommer war". Es entstand ein dreiteiliger Fernsehfilm über den Subsidienhandel mit hessischen Soldaten zwischen Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel und der englischen Krone. In dessen erster Folge spielt eine Szene in der Zeit des beginnenden amerikanischen Unabhängigkeitskrieges im Winter des Jahres 1775 / 1776 auf der Tannenhöhe. Etwa auf Höhe der ehemaligen Ziegelei wurde für die Dreharbeiten auf dem Weg ein "steinernes" Tor aus Sperrholz und Pappmache aufgestellt. Durch geschickte Kameraführung und andere filmische Tricks entstanden für den Ortskundigen im Film überraschende und ungewohnte Eindrücke, als Christian Quadflieg und Sigmar Solbach auf hohem Ross durch dieses Tor ritten. Auf dem Weg war Asche ausgestreut worden, damit es im Film auch ordentlich staubte.
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